Sanierung Museum Traiskirchen
Ein Industriedenkmal wird fit für die Zukunft
Mit der umfassenden Sanierung des Museums in der denkmalgeschützten ehemaligen Kammgarnspinnerei Möllersdorf setzt die Stadt Traiskirchen ein starkes Zeichen für den Erhalt ihres industriellen Erbes. Das seit 2007 geschützte Areal ist die einzige noch weitgehend unveränderte Gesamtanlage einer historischen Textilfabrik in Niederösterreich. Nun wird das Hauptgebäude nach fast 40 Jahren Museumsbetrieb umfassend saniert und technisch wie baulich auf den neuesten Stand gebracht.
1824 als Baumwollspinnerei gegründet, bewahrt das Ensemble bis heute den Charme früher Industriekultur. Seit 1988 im Eigentum der Stadtgemeinde, wurde die Fabrik in jahrzehntelanger ehrenamtlicher Arbeit zum Museum umgestaltet. In den vergangenen drei Jahren haben das Architektenteam polar und das Museumsteam ein umfassendes Sanierungskonzept erarbeitet. Im November 2025 fiel der Startschuss für die Bauarbeiten, die bis Sommer 2027 abgeschlossen sein sollen.
Umfassende Modernisierung, Barrierefreiheit und höchste Sicherheitsstandards
Im Zentrum der Maßnahmen stehen die Modernisierung des Brandschutzes, die vollständige Erneuerung der Haustechnik sowie die Anpassung sämtlicher sicherheitsrelevanter Einrichtungen an aktuelle gesetzliche Anforderungen.
Ein wesentlicher Schritt ist zudem die vollständige barrierefreie Erschließung des Haupthauses. Ein neu gebauter Aufzug ermöglicht künftig allen Besucherinnen und Besuchern einen uneingeschränkten Zugang zu sämtlichen Ebenen des Museums.
Neue Dauerausstellung zur Stadtgeschichte Traiskirchens
Parallel zur baulichen Sanierung entsteht im Erdgeschoss eine neue Dauerausstellung zur Stadtgeschichte. Passend zum 100-jährigen Jubiläum der Stadtgemeinde 2027 soll die neue Ausstellung eröffnet werden. Die Ausstellung wird informativ und zugleich spielerisch gestaltet mit dem Ziel, Geschichte lebendig erfahrbar zu machen und einen Raum zu schaffen, in dem Kinder und Jugendliche, aber auch die vielen Neuzugezogenen und Interessierte in die vielschichtigen Entwicklungen der Stadt eintauchen können. Moderne Vermittlungsmethoden sorgen dafür, dass die Inhalte anschaulich und interaktiv erlebbar werden.
Neuer Veranstaltungsraum: Ein kulturelles Zentrum für gesellschaftlichen Dialog
Im Herzen der neuen Stadtgeschichtsausstellung wird ein flexibler Veranstaltungsraum integriert, der kulturelle und gesellschaftliche Aktivitäten für bis zu 50 Personen ermöglicht.
Das Museum versteht sich als Ort des Sammelns, Bewahrens, Erforschens und Ausstellens und auch als Plattform für gesellschaftlichen Dialog. Es ist ein Raum der Begegnung, der Kommunikation und des Austauschs, in dem Vergangenheit und Gegenwart miteinander in Beziehung treten.
Museum während Umbauarbeiten geöffnet – Abschluss bis Sommer 2027
Während der Dauer der Sanierung ist das Museum aber dennoch geöffnet, das Erdgeschoss ist gesperrt, die übrigen Ausstellungsbereiche sind zu den gewohnten Öffnungszeiten zugänglich.
Mit diesem zukunftsweisenden Projekt sichert die Stadt Traiskirchen nicht nur ein einzigartiges Industriedenkmal, sondern schafft zugleich einen lebendigen, offenen und sicheren Ort für Kultur, Bildung und Begegnung.
Sonderschau
Rauchende Schlote
Die Geschichte der Industrie in Traiskirchen
Vom Mühlenland zum Industriestandort
Die Geschichte Traiskirchens wurde über viele Jahre geprägt von den Schloten und Shed-Dächern der hier ansässigen Industriebetriebe. Firmennamen wie Mully, Kammgarn, Blaschke, ÖLW, Imco und natürlich die Semperit haben für weit mehr als ein Jahrhundert das Leben in der Stadt wirtschaftlich und gesellschaftlich beeinflusst. Grund genug für das Museum Traiskirchen, im Rahmen der Sonderausstellung „Rauchende Schlote – Die Geschichte der Industrie in Traiskirchen“ den Werdegang vieler dieser Betriebe zu erzählen und ihre Bedeutung nicht nur für die Stadt, sondern für die ganze Region hervorzuheben.
Wir zeigen etwa, was Adidas-Fußbälle mit Traiskirchen zu tun haben. Oder welche Schokolade einst in Tribuswinkel erzeugt wurde. Oder wussten Sie, dass in Möllersdorf jahrelang Mechaniken für die bekannten Wiener Klavierfabriken hergestellt wurden?
Das Museum Traiskirchen bietet in seiner neuen, in Zusammenarbeit mit der New Design University (NDU) in St. Pölten gestalteten Sonderausstellung Antworten auf viele Fragen rund um den Industriestandort, gibt einen Überblick über Höhepunkte der Industriegeschichte und zeigt historische Fotos in einer digitalen Medienstation.